# OPS-19 Umgang mit Vorfällen und Abstürzen - Richtlinien und Verfahren

- Bereich: OPS – Regelbetrieb
- Gegenüber C5:2020: neu in C5:2026
- Webseite: https://c5.patrickscheid.de/ops-19/

## Basiskriterium

### OPS-19.01B

Richtlinien und Verfahren mit technischen und organisatorischen Maßnahmen sind gemäß SP-01 dokumentiert, kommuniziert und bereitgestellt, um das zeitnahe Identifizieren und Bewältigen von Vorfällen und Abstürzen in den Systemkomponenten, die zur Bereitstellung des Cloud-Dienstes verwendet werden, oder von Teilen oder dem gesamten Cloud-Dienst zu regeln. Diese Richtlinien und Verfahren enthalten Vorgaben zu folgenden Aspekten:

1. Klassifizierung und Priorisierung von Vorfällen und Abstürzen;
2. Standardisierte Verfahren zur Behandlung von Vorfällen zur Behebung bekannter Probleme;
3. Eskalationsregeln und -verfahren, einschließlich Kriterien für die Auslösung von Sicherheitsvorfallsmanagement-Prozessen (SIM-Prozessen) gemäß SIM-02 oder internen Vorfallsmanagement-Verfahren;
4. Wissensquellen für Vorfälle und Abstürze;
5. Kriterien zur Bestimmung, wann Abstürze als Vorfälle eingestuft werden und wann sie Vorfallsmanagement-Prozesse auslösen;
6. Mechanismen, die sicherstellen, dass der Zugriff auf Absturzabbild-Dateien (engl. 'Crash Dumps') nur autorisiertem Personal vorbehalten ist;
7. Schutzmaßnahmen, um die Offenlegung sensibler, persönlicher oder vertraulicher Daten in Absturzabbild-Dateien zu verhindern;
8. Verschlüsselung von Absturzabbild-Dateien zur Aufbewahrung und während der Übertragung;
9. Zugriffsverwaltungs-, Protokollierungs- und Überprüfungsprozesse für Zugriffsprotokolldaten von Absturzabbild-Dateien; und
10. Aufbewahrungsfristen und sichere Löschprozesse für Absturzabbild-Dateien, sobald sie nicht mehr benötigt werden.

**Ergänzende Information:**

Ein Absturz ist ein Vorfall, der zu einem plötzlichen und vollständigen Ausfall eines Systems oder einer Systemkomponente führt. Dies kann ein Hinweis auf ein größeres Problem sein, beispielsweise auf einen versuchten DDoS-Angriff oder eine vollständige Schwachstelle.

Eine Absturzdatei ist ein Dump des Ausführungsstatus eines Systems, normalerweise einschließlich des Inhalts seines Speichers oder seiner Register zum Zeitpunkt des Absturzes (z. B. Speicherdump).

Zu den Kriterien zur Bestimmung, wann ein Vorfall oder Absturz die Sicherheitsvorfallsmanagement-Prozesse (SIM-Prozesse) auslöst, können unter anderem folgende Vorfälle oder Abstürze zählen, die zu einem oder mehreren der folgenden Ereignisse führen:

1. Nichteinhaltung interner Sicherheitsrichtlinien, vertraglicher Vereinbarungen oder relevanter gesetzlicher und behördlicher Anforderungen;
2. Unbefugter Zugriff auf Cloud-Kundendaten oder Systemkomponenten, die zur Bereitstellung des Cloud-Dienstes in der Produktionsumgebung verwendet werden;
3. Verlust oder Exfiltration von Cloud-Kundendaten;
4. Unerlaubte Änderungen an Systemkomponenten, die zur Bereitstellung des Cloud-Dienstes in der Produktionsumgebung verwendet werden; und
5. Nichteinhaltung der in der Service Level-Vereinbarung enthaltenen Verfügbarkeitsanforderungen.

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Quelle: BSI C5:2026, maschinenlesbare Fassung v1.1.0, © Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) 2026, unverändert wiedergegeben unter CC BY-ND 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0/deed.de). Änderungshinweise: BSI C5:2026 Änderungshistorie, © BSI 2026, CC BY-ND 4.0. Inoffizielle Darstellung, ohne Verbindung zum BSI.
