CRY · Kryptographie und Schlüsselmanagement
CRY-01 Richtlinie für die Verwendung kryptographischer Mechanismen
Geändert gegenüber C5:2020
Das BSI veröffentlicht die Änderungshistorie bisher nur auf Englisch, eine deutsche Fassung ist angekündigt.
Basiskriterium
Extended aspects to be covered by the procedures and technical safeguards by the use of hash functions and signature schemes, requirements for key rotation, documentation of a change management process, and consideration of crypto-agility.
Added reqiurement regarding reviews of policies and instructions for compliance with BSI or NIST guidelines.
Bullet points are now sorted to ease discussions about specific bullet points.
Zusatzkriterium
Additional criterion newly included.
Wortlaut in C5:2020
Basiskriterium
Policies and instructions with technical and organisational safeguards for encryption procedures and key management are documented, communicated and provided according to SP-01, in which the following aspects are described:
- Usage of strong encryption procedures and secure network protocols that correspond to the state-of-the-art;
- Risk-based provisions for the use of encryption which are aligned with the information classification schemes (cf. AM-06) and consider the communication channel, type, strength and quality of the encryption;
- Requirements for the secure generation, storage, archiving, retrieval, distribution, withdrawal and deletion of the keys; and
- Consideration of relevant legal and regulatory obligations and requirements.
Basiskriterium
Richtlinien und Verfahren mit prozessualen und technischen Sicherheitsmaßnahmen für kryptographische Mechanismen sind gemäß SP-01 dokumentiert, kommuniziert und bereitgestellt, in denen die folgenden Aspekte beschrieben sind:
- Verwendung von Verschlüsselungsverfahren und sicheren Netzprotokollen, die dem Stand der Technik entsprechen;
- Verwendung von Hash-Funktionen und Salt-Werten, die beide dem Stand der Technik entsprechen;
- Verwendung von Signaturschemata, die dem Stand der Technik entsprechen;
- Risikobasierte Vorschriften für den Einsatz von Verschlüsselung und Authentisierung, die mit Schemata zur Informationsklassifikation (vgl. AM-09) abgeglichen sind und den Kommunikationskanal sowie die Art, Stärke und Qualität der Verschlüsselung berücksichtigen;
- Anforderungen an die sichere Erzeugung, Speicherung, Archivierung, Abruf, Verteilung, Zurückziehung, Sicherung, Wiederherstellung und Löschung der Schlüssel;
- Anforderungen an die Rotation kryptographischer Schlüssel, die den Best Practices der Branche folgen und das potenzielle Risiko einer Offenlegung von Informationen berücksichtigen;
- Berücksichtigung der relevanten rechtlichen und regulatorischen Verpflichtungen und Anforderungen;
- Dokumentation eines Änderungsmanagementprozesses zur Steuerung von Änderungen an kryptographischen, Verschlüsselungs-, Authentisierungs- und Schlüsselmanagementtechnologien; und
- Berücksichtigung von Kryptoagilität, um einen effizienten Austausch implementierter kryptographischer Mechanismen während ihrer vorgesehenen Lebensdauer zu ermöglichen.
Ergänzende Information
Die folgenden Technischen Richtlinien (in der jeweils aktuellen Fassung) enthalten Empfehlungen und Schlüssellängen für kryptographische Mechanismen nach dem Stand der Technik:
- BSI TR-02102-1 Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen;
- BSI TR-02102-2 Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen – Verwendung von Transport Layer Security (TLS);
- BSI TR-02102-3 Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen – Verwendung von Internet Protocol Security (IPSec) und Internet Key Exchange (IKEv2); und
- BSI TR-02102-4 Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen – Verwendung von Secure Shell (SSH).
Ein Änderungsmanagementprozess im Sinne des Basiskriteriums kann entweder durch den in DEV-03 beschriebenen Standard-Änderungsmanagementprozess abgedeckt oder als separater Prozess umgesetzt werden.
Ergänzende Information
Kryptoagilität bezieht sich auf die Fähigkeit, die verwendeten kryptographischen Mechanismen oder die Implementierung solcher Mechanismen zu ändern, z. B. so, dass ein Wechsel zu größeren Schlüssellängen und stärkeren kryptographischen Mechanismen möglich ist. Für weitere Informationen wird auf BSI TR-02102-1 verwiesen.
Überprüfungen von Richtlinien und Verfahren bezüglich kryptographischer Mechanismen umfassen Prüfungen, dass die Richtlinien und Verfahren aktuell sind und der Technischen Richtlinie des BSI (BSI TR-02102) oder geeigneten NIST-Richtlinien (z. B. FIPS-140-Reihe und SP-800-Reihe) entsprechen. Abweichungen werden in einer Risikobewertung für zum jeweiligen Zeitpunkt gültigen kryptographischen Mechanismen analysiert und dokumentiert. Maßnahmen zur Abhilfe sind risikobasiert zu ergreifen.
Ergänzende Information
Die folgenden Technischen Richtlinien (in der jeweils aktuellen Fassung) enthalten Empfehlungen und Schlüssellängen für kryptographische Mechanismen nach dem Stand der Technik:
- BSI TR-02102-1 Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen;
- BSI TR-02102-2 Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen – Verwendung von Transport Layer Security (TLS);
- BSI TR-02102-3 Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen – Verwendung von Internet Protocol Security (IPSec) und Internet Key Exchange (IKEv2); und
- BSI TR-02102-4 Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen – Verwendung von Secure Shell (SSH).
Ein Änderungsmanagementprozess im Sinne des Basiskriteriums kann entweder durch den in DEV-03 beschriebenen Standard-Änderungsmanagementprozess abgedeckt oder als separater Prozess umgesetzt werden.
Zusatzkriterium
CRY-01.01AC
Zusatz, erweiterndDer Cloud-Anbieter hat gemäß SP-01 eine Post-Quanten-Kryptographie-(PQC)-Strategie definiert und dokumentiert, um Bedrohungen zu begegnen, die von Gegnern ausgehen, die im Besitz eines Quantencomputers sind.
Ergänzende Information
Die folgenden Technischen Richtlinien (in der jeweils aktuellen Fassung) enthalten Empfehlungen und Schlüssellängen für kryptographische Mechanismen nach dem Stand der Technik:
- BSI TR-02102-1 Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen;
- BSI TR-02102-2 Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen – Verwendung von Transport Layer Security (TLS);
- BSI TR-02102-3 Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen – Verwendung von Internet Protocol Security (IPSec) und Internet Key Exchange (IKEv2); und
- BSI TR-02102-4 Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen – Verwendung von Secure Shell (SSH).
Ein Änderungsmanagementprozess im Sinne des Basiskriteriums kann entweder durch den in DEV-03 beschriebenen Standard-Änderungsmanagementprozess abgedeckt oder als separater Prozess umgesetzt werden.
Ergänzende Information
Empfehlungen für die Migration zu PQC und die zukunftssichere Nutzung von Kryptographie werden beispielsweise bereitgestellt in:
- der BSI-Leitlinie 'Kryptografie quantensicher gestalten - Grundlagen, Entwicklungen, Empfehlungen';
- der von der Europäischen Kommission veröffentlichten Roadmap 'Ein koordinierter Implementierungsfahrplan für den Übergang zur Post-Quantum-Kryptographie'; und
- den vorläufigen Entwürfen für die NIST-Veröffentlichung 'NIST SP 1800-38: NIST SP 1800-38: Migration to Post-Quantum Cryptography: Preparation for Considering the Implementation and Adoption of Quantum Safe Cryptography' (ausschließlich in englischer Sprache verfügbar).
CRY-01.02AC
Zusatz, erweiterndDie PQC-Strategie des Cloud-Anbieters ist mit den Kryptographie-Richtlinien und -Verfahren abgestimmt und umfasst die folgenden Aspekte:
- Pflege eines Verzeichnisses der verwendeten kryptographischen Mechanismen, einschließlich Prioritätsstufen für jeden Verzeichniseintrag auf Grundlage der Auswirkungen und Wahrscheinlichkeiten der durch Quantencomputing-Angriffe verursachten Risiken sowie des Aufwands zur Behebung solcher Risiken;
- Sich über Verschlüsselungsmaßnahmen informiert zu halten, die als Stand der Technik und als sicher gegen Gegner gelten, die im Besitz eines Quantencomputers sind;
- Verwendung hybrider Kryptographiemodelle, um Sicherheit sowohl gegen auf Quantencomputing als auch gegen nicht auf Quantencomputing basierende Angriffe zu gewährleisten; und
- Definition von auslösenden Ereignissen, erforderlichen Ressourcen, Übergangsplänen und Erfolgskriterien für die Implementierung post-quantenkryptographischer Mechanismen.
Ergänzende Information
Die folgenden Technischen Richtlinien (in der jeweils aktuellen Fassung) enthalten Empfehlungen und Schlüssellängen für kryptographische Mechanismen nach dem Stand der Technik:
- BSI TR-02102-1 Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen;
- BSI TR-02102-2 Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen – Verwendung von Transport Layer Security (TLS);
- BSI TR-02102-3 Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen – Verwendung von Internet Protocol Security (IPSec) und Internet Key Exchange (IKEv2); und
- BSI TR-02102-4 Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen – Verwendung von Secure Shell (SSH).
Ein Änderungsmanagementprozess im Sinne des Basiskriteriums kann entweder durch den in DEV-03 beschriebenen Standard-Änderungsmanagementprozess abgedeckt oder als separater Prozess umgesetzt werden.
Ergänzende Information
Empfehlungen für die Migration zu PQC und die zukunftssichere Nutzung von Kryptographie werden beispielsweise bereitgestellt in:
- der BSI-Leitlinie 'Kryptografie quantensicher gestalten - Grundlagen, Entwicklungen, Empfehlungen';
- der von der Europäischen Kommission veröffentlichten Roadmap 'Ein koordinierter Implementierungsfahrplan für den Übergang zur Post-Quantum-Kryptographie'; und
- den vorläufigen Entwürfen für die NIST-Veröffentlichung 'NIST SP 1800-38: NIST SP 1800-38: Migration to Post-Quantum Cryptography: Preparation for Considering the Implementation and Adoption of Quantum Safe Cryptography' (ausschließlich in englischer Sprache verfügbar).
Ergänzende Information
Hybride Kryptographiemodelle, wie sie im Kontext der Post-Quanten-Kryptographie definiert sind, kombinieren klassische und quantensichere Mechanismen, um sicherzustellen, dass das System auch dann sicher bleibt, wenn eine Komponente kompromittiert wird. Der Zweck solcher Modelle besteht darin, langfristigen Schutz vor Bedrohungen wie 'store now, decrypt later' (jetzt speichern, später entschlüsseln) und anderen auf klassischem oder Quantencomputing basierenden Angriffen zu bieten.
CRY-01.03AC
Zusatz, erweiterndDie PQC-Strategie, einschließlich des Verzeichnisses und der Risikobeurteilung, wird mindestens jährlich oder bei wesentlichen Änderungen, die sich auf die PQC-Strategie auswirken, überprüft.
Ergänzende Information
Empfehlungen für die Migration zu PQC und die zukunftssichere Nutzung von Kryptographie werden beispielsweise bereitgestellt in:
- der BSI-Leitlinie 'Kryptografie quantensicher gestalten - Grundlagen, Entwicklungen, Empfehlungen';
- der von der Europäischen Kommission veröffentlichten Roadmap 'Ein koordinierter Implementierungsfahrplan für den Übergang zur Post-Quantum-Kryptographie'; und
- den vorläufigen Entwürfen für die NIST-Veröffentlichung 'NIST SP 1800-38: NIST SP 1800-38: Migration to Post-Quantum Cryptography: Preparation for Considering the Implementation and Adoption of Quantum Safe Cryptography' (ausschließlich in englischer Sprache verfügbar).
Ergänzende Information
Die Risikobeurteilung als Teil der Post-Quanten-Kryptographie-Strategie sollte Folgendes berücksichtigen:
- die Bedrohungslandschaft, die durch Fortschritte im Quantencomputing entsteht;
- Fortschritte bei kryptographischen Mechanismen, die als sicher gegen Angreifer angesehen werden, die im Besitz eines Quantencomputers sind;
- dem kryptographischen Mechanismus innewohnende Schwachstellen; und
- Schwachstellen, die sich daraus ergeben, wie kryptographische Mechanismen eingesetzt werden (z. B. Schlüssel, die über einen längeren Zeitraum verwendet werden und die durch diese Schlüssel geschützten Cloud-Dienstdaten, abgeleitete Cloud-Dienstdaten, Cloud-Kundendaten und Kontodaten könnten bereits heute abgegriffen und zu einem späteren Zeitpunkt entschlüsselt werden).
Verwandte Kriterien
Texte des BSI aus C5:2026 und der Änderungshistorie: © Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik 2026, unverändert unter CC BY-ND 4.0. Inoffizielle Website ohne Verbindung zum BSI. Lizenz und Quellen