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OPS-32 Confidential Computing - Richtlinien und Verfahren

4 Unterkriterien: 3 Basis, 1 Zusatz

Neu in C5:2026

Ergänzende Information zu allen Unterkriterien

Confidential Computing im Sinne des Confidential Computing Consortium und im Sinne dieses Kriteriums ist der Schutz von Daten während der Nutzung (engl. 'data in use') durch die Durchführung von Berechnungen in einem hardwarebasierten, zertifizierten Trusted Execution Environment (TEE).

Ein TEE stellt einen isolierten Teil innerhalb eines Systems dar, der eine besonders geschützte Laufzeitumgebung bereitstellt. Der TEE kann Teil des Hauptprozessors (CPU) oder Teil des System-on-Chip (SoC) sein. Im Allgemeinen erzwingt ein TEE, dass nur autorisierter Code innerhalb des TEE ausgeführt werden kann und die von diesem Code verwendeten Daten nicht von Code außerhalb des TEE gelesen oder manipuliert werden können. Die Attestierung des TEE und der innerhalb des TEE laufenden Anwendung dient der Validierung der Vertrauenswürdigkeit der Verarbeitung.

Zu den Confidential Computing Maßnahmen gehört die Implementierung und Überwachung technischer und organisatorischer Kontrollen, um den sicheren Einsatz und Betrieb der Confidential Computing-Technik zu gewährleisten. Zu diesen Maßnahmen können die Validierung von TEE-Konfigurationen, kontinuierliche Attestierungsprozesse, die Überwachung auf nicht autorisierte Codeänderungen und die Lebenszyklusverwaltung zertifizierter Umgebungen gehören.

Basiskriterium

OPS-32.01B

Wenn der Cloud-Dienst Funktionen für Confidential Computing umfasst, werden Richtlinien und Verfahren sowie technische Sicherheitsmaßnahmen gemäß SP-01 dokumentiert, kommuniziert und bereitgestellt, in dem die folgenden Aspekte beschrieben werden:

  1. Zweck und Umfang, einschließlich der Frage, welche Cyberssicherheitsrisiken auf Seiten des Cloud-Anbieters durch den Einsatz von Confidential Computing mitigiert werden sollen (vgl. OIS-07) und wie die Cloud-Kunden die bereitgestellten Funktionen nutzen können, um Cybersicherheitsrisiken auf ihrer Seite zu steuern;
  2. Verfügbare Confidential Computing Techniken;
  3. Bestimmung, welche Teile des Cloud-Stacks mit welcher Technologie geschützt sind und wo ein Zugriff Dritter möglich ist;
  4. Auflistung der beteiligten Lieferanten/Service-Organisationen; und
  5. Nutzung von Trusted Execution Environments (TEEs) oder sicheren Enklaven.

OPS-32.02B

Der Cloud-Anbieter stellt seinen Cloud-Kunden Informationen zu den in OPS-32.01B genannten Aspekten gemäß PSS-01 zur Verfügung.

OPS-32.03B

Zu den weiteren Aspekten, die in den Richtlinien und Verfahren zum Confidential Computing behandelt werden und nicht unbedingt in den den Cloud-Kunden bereitgestellten Informationen enthalten sind, gehören:

  1. Verantwortlichkeiten für die Umsetzung und Überwachung von Confidential Computing Maßnahmen;
  2. Sicherheitsanforderungen zur Gewährleistung der Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität der Daten während der Verarbeitung; und
  3. Relevante rechtliche und behördliche Anforderungen an Confidential Computing.

Zu diesen Sicherheitsanforderungen zur Gewährleistung der Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität der Daten während der Verarbeitung gehören:

  1. Weder der Cloud-Anbieter noch eine andere unbefugte Stelle darf auf die Cloud-Kundendaten oder die zum Schutz dieser Daten verwendeten Schlüssel zugreifen; und
  2. Es werden kryptographische Algorithmen verwendet, die der Richtlinie des Cloud-Anbieters zur Nutzung kryptographischer Mechanismen (vgl. CRY-01) entsprechen.

Zusatzkriterium

OPS-32.01AC

Zusatz, erweiternd

Der Cloud-Anbieter dokumentiert und implementiert ein technisches Rahmenwerk für Confidential Computing und zeigt, wie bestimmte Cybersicherheitsrisiken mitigiert werden (vgl. OIS-07). Das Rahmenwerk umfasst mindestens die folgenden Verfahren und technischen Schutzmaßnahmen:

  1. Nutzung von Trusted Execution Environments (TEEs) oder sicheren Enklaven zur Verarbeitung sensibler Daten während der Nutzung (engl. 'data in use') in einer geschützten Umgebung;
  2. Dokumentation aller zugehörigen Schnittstellen;
  3. Berücksichtigung vorhandener Hardware-Nachweise;
  4. Einsatz von Verschlüsselungstechniken zur Sicherung der Daten während der Verarbeitung, einschließlich sicherer Schlüsselverwaltung;
  5. Remote-Attestierung zur Überprüfung der Identität und des gemessenen Zustands des TEE sowie des im TEE ausgeführten Codes;
  6. Implementierung von Überwachungs- und Protokollierungsmechanismen zur Detektion und Reaktion auf Sicherheitsvorfälle;
  7. Durchführung von Sicherheitsüberprüfungen und Penetrationstests (vgl. OPS-22) regelmäßig sowie anlassbezogen, um die Wirksamkeit Confidential Computing Maßnahmen zu überprüfen; und
  8. Regelmäßige Aktualisierungen der Trusted Computing Base des TEE durchführen.

Verwandte Kriterien

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